Kurz gesagt
Die MPU dauert am Untersuchungstag etwa 3 bis 4 Stunden und besteht aus einem Fragebogen, einer medizinischen Untersuchung, einem Leistungstest am Computer und dem psychologischen Gespräch. Das Gespräch ist der wichtigste Teil, denn dort zeigt sich, ob du deine frühere Auffälligkeit verstanden und dein Verhalten stabil geändert hast.
Wie lange dauert die MPU am Untersuchungstag?
Die MPU dauert am Untersuchungstag insgesamt etwa 3 bis 4 Stunden. Du durchläufst dabei mehrere Stationen bei einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF), zum Beispiel TÜV, DEKRA, pima-mpu, AVUS oder ias. Welche anerkannte Stelle du wählst, entscheidest du selbst.
Grundlage des ganzen Tages ist die behördliche Fragestellung. Die Fahrerlaubnisbehörde formuliert eine konkrete Frage, die an deinen Anlass gebunden ist, und genau diese Frage beantwortet das Gutachten. Lies die Fragestellung in deiner Anordnung deshalb vorab genau. Was eine MPU grundsätzlich ist und wer sie anordnet, erklärt die Seite Was ist eine MPU?.
Welche Bausteine hat die MPU?
Die MPU besteht aus einem schriftlichen Fragebogen, einer medizinischen Untersuchung, einem Leistungstest und dem psychologischen Gespräch. Die Reihenfolge kann je nach Begutachtungsstelle variieren. Die Dauer der einzelnen Teile liegt meist in diesen Bereichen:
| Baustein | Dauer | Was passiert |
|---|---|---|
| Schriftlicher Fragebogen | 30–40 Min. | Angaben zu Vorgeschichte, Delikt, Konsum und Lebensumständen, teils ergänzt durch einen Persönlichkeitsfragebogen (z. B. FPI) |
| Medizinische Untersuchung | 30–40 Min. | Körperlicher Befund, Laborwerte (bei Alkohol z. B. GGT, GOT, GPT, CDT, MCV) und ein ärztliches Gespräch über Anlass und Konsum |
| Leistungs- und Reaktionstest | 30–40 Min. | Computertest am Wiener Testsystem (WTS) oder Corporal: Reaktion, Konzentration, Wahrnehmung, Belastbarkeit |
| Psychologisches Gespräch | 45–60 Min. | Gespräch mit einer Verkehrspsychologin oder einem Verkehrspsychologen über Ursachen, Veränderung und Zukunft – der wichtigste Teil |
Der Fragebogen
Der Fragebogen fragt standardisiert nach deiner Vorgeschichte, dem Delikt, deinem Konsum und deinen Lebensumständen. Manche Stellen setzen zusätzlich einen Persönlichkeitsfragebogen ein. Entscheidend ist, dass deine Angaben widerspruchsfrei zum späteren Gespräch und zur Aktenlage passen – der Gutachter vergleicht beides.
Die medizinische Untersuchung
Die medizinische Untersuchung prüft deine körperliche Eignung und mögliche Anzeichen einer Abhängigkeit. Eine Ärztin oder ein Arzt erhebt einen körperlichen Befund, nimmt Blut ab und spricht mit dir über den Anlass und dein Konsumverhalten. Bei einer gesundheitlichen Fragestellung spielen fachärztliche Befunde eine größere Rolle, mehr dazu unter medizinische MPU.
Der Leistungstest
Der Leistungstest misst am Computer deine Reaktionsschnelligkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Orientierung sowie deine Belastbarkeit unter Zeitdruck und bei Mehrfachbelastung. Das Ergebnis wird als Prozentrang im Vergleich zu einer Normstichprobe angegeben, und es gibt Mindestanforderungen. Der Test ist gut übbar, zum Beispiel mit kostenlosen Simulatoren.
Ein schwaches Testergebnis ist selten der Grund fürs Durchfallen. Oft ist dann eine Fahrverhaltensprobe möglich, also eine echte Fahrt als Ausgleich. Komm ausgeschlafen und pünktlich, dann nimmst du diesem Teil viel Druck.
Warum ist das psychologische Gespräch der wichtigste Teil?
Das psychologische Gespräch ist der wichtigste Teil der MPU, weil dort geklärt wird, ob du die frühere Auffälligkeit verstanden hast und eine stabile, glaubhafte Verhaltensänderung mit tragfähigem Motiv vorweisen kannst. Die Gutachterin oder der Gutachter bewertet nach den Beurteilungskriterien zur Urteilsbildung in der Fahreignungsbegutachtung, aktuell in der 5. Auflage von 2026.
Das Gespräch folgt meist drei Phasen:
- Vergangenheit: Was ist passiert, wie viel und wie oft hast du konsumiert, was waren die eigentlichen Ursachen?
- Gegenwart: Was hast du konkret geändert, seit wann, und wie belegst du das?
- Zukunft: Welche Situationen sind für dich riskant, und wie gehst du damit um?
Der Gutachter prüft die Konsistenz zwischen Aktenlage, Fragebogen, Laborwerten und deiner Erzählung. Passt zum Beispiel eine angegebene Trinkmenge nicht zur gemessenen Promillezahl oder zum CDT-Wert, fällt das sofort auf. Deshalb lohnt sich eine gründliche MPU-Vorbereitung, die auf echte Aufarbeitung setzt statt auf auswendig gelernte Sätze.
Gibt es bei der MPU Fangfragen?
Fangfragen gibt es bei der MPU tatsächlich, allerdings sind sie keine Falle im bösen Sinn. Gemeint sind scheinbar harmlose Fragen, etwa „Seit wann haben Sie den Führerschein?“, mit denen Ehrlichkeit und Vorbereitung geprüft werden. Wer an solchen Stellen ausweicht oder sich in Widersprüche verstrickt, verliert Glaubwürdigkeit.
Die beste Strategie ist deshalb einfach:
- Antworte ruhig, ehrlich und in eigenen Worten.
- Bleib bei den Fakten aus deiner Akte und rede nichts klein.
- Vermeide Ausreden und Schuldzuweisungen an andere.
- Nimm dir kurz Zeit zum Nachdenken, das ist ausdrücklich in Ordnung.
Was solltest du zur MPU mitbringen?
Zur MPU solltest du deinen Ausweis, alle Nachweise im Original und gegebenenfalls deine Brille mitbringen. Unvollständige Unterlagen können dich am Untersuchungstag unnötig schwächen. Diese Liste hilft dir beim Packen:
- Personalausweis oder Reisepass
- Abstinenznachweise vollständig und im Original, gegebenenfalls ein Trinkprotokoll
- Kurs- und Therapiebescheinigungen, zum Beispiel über Kurse nach § 70 FeV, verkehrspsychologische Beratung nach § 71 FeV oder eine Verkehrstherapie
- Fachärztliche Befunde bei medizinischer Fragestellung, in der Regel nicht älter als 3 Monate
- Brille oder Kontaktlinsen für die Sehprüfung
Wie ein gültiger Nachweis aussehen muss, erfährst du unter Abstinenznachweis. Komm außerdem ausgeschlafen, pünktlich und nüchtern. Die Kleidung darf gepflegt und normal sein – es zählt der Inhalt, nicht der äußere Eindruck.
Welche Ergebnisse kann das MPU-Gutachten haben?
Das MPU-Gutachten kann positiv, negativ oder mit der Empfehlung einer Nachschulung ausfallen. Das Gutachten bekommst du nach der Untersuchung von der Begutachtungsstelle, nicht automatisch die Behörde.
| Ergebnis | Bedeutung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Positiv | Die Fahreignung wird bejaht | Gutachten bei der Führerscheinstelle einreichen |
| Nachschulung empfohlen | Grenzwertiges Ergebnis, ein Kurs nach § 70 FeV kann es in „geeignet“ wenden | Kurs absolvieren, dann mit Gutachten und Bescheinigung vorlegen |
| Negativ | Die Zweifel an der Fahreignung sind nicht ausgeräumt | Ursachen analysieren, vorbereiten, später wiederholen |
Hinweis: Die Vorlage des Gutachtens ist freiwillig – ein negatives Gutachten musst du nicht einreichen, es bleibt der Behörde dann unbekannt.
Ein positives Gutachten hat kein gesetzliches Verfallsdatum. Behörden akzeptieren es in der Praxis aber meist nur etwa 1 bis 3 Jahre (Richtwert, Stand 2026). War der Anlass ein Punktestand in Flensburg, wird dieser nach bestandener MPU auf 0 gesetzt. Was du nach einem negativen Ergebnis tun kannst, liest du unter MPU nicht bestanden.
Wie geht es jetzt weiter?
Beantrage zuerst Akteneinsicht, damit du die genaue Fragestellung und alle Fakten kennst, die dem Gutachter vorliegen. Falls ein Abstinenznachweis gefordert ist, starte ihn so früh wie möglich, denn der Nachweiszeitraum bestimmt meist deinen Zeitplan. Über MPU Plus kannst du anschließend eine passende Beratung finden, die dich gezielt auf den Untersuchungstag vorbereitet.
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine MPU insgesamt?
Eine MPU dauert am Untersuchungstag etwa 3 bis 4 Stunden. Darin enthalten sind Fragebogen, medizinische Untersuchung, Leistungstest und das psychologische Gespräch. Das Gespräch allein dauert meist 45 bis 60 Minuten.
Kann man beim MPU-Reaktionstest durchfallen?
Ein schwacher Reaktionstest allein führt selten zum Durchfallen. Bei einem schwachen Ergebnis ist oft eine Fahrverhaltensprobe als Ausgleich möglich. Mit kostenlosen Simulatoren kannst du den Test vorab gut üben.
Welche Blutwerte werden bei der MPU untersucht?
Bei einer Alkohol-Fragestellung werden in der medizinischen Untersuchung zum Beispiel die Leberwerte GGT, GOT und GPT sowie CDT und MCV bestimmt. Diese Werte zeigen Konsum nur indirekt. Für den eigentlichen Abstinenznachweis zählen heute vor allem EtG und PEth.
Muss ich ein negatives MPU-Gutachten bei der Führerscheinstelle abgeben?
Nein, ein negatives Gutachten musst du nicht abgeben. Die Vorlage ist freiwillig, und die Behörde kennt nur das Gutachten, das du einreichst. Du kannst dich weiter vorbereiten und die MPU später wiederholen.
Darf ich mir aussuchen, wo ich die MPU mache?
Ja, du darfst die Begutachtungsstelle frei wählen, solange sie amtlich anerkannt ist. Dazu gehören zum Beispiel TÜV, DEKRA, pima-mpu, AVUS und ias. Seit 2018 legt jede Stelle ihre Preise selbst fest.