Von den 70.135 MPU-Gutachten des Jahres 2025 lauteten laut Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) 58 % auf „geeignet“ und 4,3 % auf „nachschulungsfähig“. 38 % der Begutachteten wurden als „ungeeignet“ eingestuft. Rechnet man die Nachschulungsfähigen dazu, führten rund 62 % der Gutachten zu einem Weg zurück zum Führerschein.
Woher stammen die Zahlen?
Die Zahlen stammen aus der Jahresstatistik „Begutachtung der Fahreignung 2025“ der BASt, veröffentlicht im Juli 2026. Die BASt wertet dafür die Ergebnisse der amtlich anerkannten Träger von Begutachtungsstellen für Fahreignung aus. Im Jahr 2025 waren das 15 aktive Träger.
Die Statistik zählt die durchgeführten medizinisch-psychologischen Untersuchungen eines Jahres und ordnet sie nach Anlassgruppen und Ergebnis. Sie ist damit die belastbarste öffentlich verfügbare Quelle zur Frage, wie viele Menschen die MPU bestehen. Zahlen einzelner Anbieter zu ihren eigenen Kunden sind damit nicht vergleichbar.
Was bedeuten „geeignet“, „nachschulungsfähig“ und „ungeeignet“?
Die drei Ergebnisse beschreiben, wie das Gutachten die Fahreignung beurteilt. Sie sind die Grundlage für die Entscheidung der Fahrerlaubnisbehörde.
- Geeignet: Das Gutachten ist positiv. Du reichst es bei der Führerscheinstelle ein, und die Fahrerlaubnis kann erteilt werden.
- Nachschulungsfähig: Das Ergebnis ist grenzwertig. Das Gutachten empfiehlt einen amtlich anerkannten Kurs zur Wiederherstellung der Kraftfahreignung nach § 70 FeV. Nach der Teilnahme kann die Eignung als wiederhergestellt gelten.
- Ungeeignet: Das Gutachten ist negativ. Du musst es nicht einreichen, die Vorlage ist freiwillig. Ein neuer Anlauf ist möglich.
Die Kategorie „nachschulungsfähig“ gibt es nur bei bestimmten Anlassgruppen, vor allem bei Alkohol- und Drogenfragestellungen. Bei medizinischen Anlässen kommt sie in der Statistik nicht vor.
Wie unterscheiden sich die Ergebnisse nach Anlass?
Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Anlass deutlich. Wiederholte Auffälligkeiten und Kombinationen mehrerer Probleme führen häufiger zu einem negativen Gutachten als erstmalige Fälle. Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte Anlassgruppen aus der BASt-Statistik 2025.
| Anlassgruppe 2025 | Anzahl | geeignet | nachschulungsfähig | ungeeignet |
|---|---|---|---|---|
| Alkohol erstmalig | 21.984 | 55 % | 8,1 % | 37 % |
| Alkohol wiederholt | 6.611 | 47 % | 6,1 % | 47 % |
| Alkohol + Verkehrs-/Strafrechtsauffälligkeit | 2.478 | 47 % | 4,0 % | 49 % |
| Drogen, Cannabis, Medikamente | 12.376 | 58 % | 4,5 % | 38 % |
| Verkehrsauffälligkeiten | 12.003 | 61 % | 0,3 % | 38 % |
| Strafrechtliche Auffälligkeiten | 3.873 | 60 % | 0,3 % | 40 % |
| Körperliche und geistige Mängel | 340 | 70 % | – | 30 % |
| Alle Anlässe | 70.135 | 58 % | 4,3 % | 38 % |
Rundungsbedingte Abweichungen sind laut BASt möglich. Auffällig ist der Unterschied bei Alkohol: Bei erstmaliger Auffälligkeit waren 37 % der Gutachten negativ, bei wiederholter Auffälligkeit 47 %. Das passt dazu, dass Gutachter bei Wiederholungsfällen strengere Anforderungen stellen, etwa längere Abstinenz. Mehr zu den Anlässen findest du auf der Seite MPU bei Alkohol.
Welche Anlässe sind am häufigsten?
Am häufigsten sind Alkohol-Fragestellungen. Sie machten 2025 zusammengefasst 44 % aller Begutachtungen aus, das sind 31.073 Fälle. Allein 31 % der Begutachteten waren erstmalig mit Alkohol aufgefallen.
Auf Drogen-, Cannabis- und Medikamentenfragestellungen entfielen zusammengefasst 21 % (14.889 Fälle). Verkehrsauffälligkeiten ohne Alkohol oder Drogen lagen bei etwa 20 %. Körperliche, geistige und neurologisch-psychiatrische Mängel waren mit 0,5 % selten Anlass einer MPU.
Wie haben sich die Zahlen entwickelt?
Die Zahl der Begutachtungen ist laut BASt zum vierten Mal in Folge gesunken. 2025 lag sie um 6,8 % unter dem Vorjahr.
| Jahr | Begutachtungen | davon Alkohol | davon Drogen/Cannabis/Medikamente |
|---|---|---|---|
| 2022 | 87.180 | 31.404 | 31.078 |
| 2023 | 82.261 | 31.753 | 26.889 |
| 2024 | 75.257 | 32.242 | 18.899 |
| 2025 | 70.135 | 31.073 | 14.889 |
Der Rückgang geht vor allem auf die Drogen-, Cannabis- und Medikamentenfälle zurück. Sie sanken von 2024 auf 2025 um 21 %, nach einem Minus von 30 % im Jahr davor. Eine Ursache nennt die BASt dafür nicht. Zeitlich fällt der Rückgang mit der Neuregelung von Cannabis in § 13a FeV seit 2024 zusammen. Die Alkohol-Fragestellungen sind 2025 erstmals seit 2022 leicht zurückgegangen, um 3,6 %.
Die Ergebnisquoten sind dagegen stabil. 2024 lauteten 56,2 % der Gutachten „geeignet“, 4,4 % „nachschulungsfähig“ und 39,4 % „ungeeignet“, 2025 waren es 58 %, 4,3 % und 38 %.
Was sagen die Zahlen über deine Chancen aus?
Die Zahlen sagen etwas über den Durchschnitt aller Begutachteten aus, aber wenig über deinen Einzelfall. Ob dein Gutachten positiv ausfällt, hängt davon ab, ob du die Anforderungen deiner Fragestellung erfüllst, nicht von einer Quote.
Beim Lesen solltest du drei Grenzen der Statistik kennen:
- Keine Angaben zur Vorbereitung: Die Statistik weist nicht aus, ob jemand vorbereitet war oder nicht. Aussagen wie „mit Vorbereitung bestehen X %“ lassen sich aus ihr nicht ableiten.
- Keine Angaben zu Wiederholungsversuchen: Die Statistik unterscheidet nicht zwischen erstem und weiterem Versuch derselben Person.
- Kein Blick in den Einzelfall: Innerhalb einer Anlassgruppe liegen sehr unterschiedliche Fälle, etwa 1,6 ‰ einmalig oder 2,4 ‰ mit Vorgeschichte.
Fest steht: Rund 4 von 10 Gutachten sind negativ. Typische Gründe für ein negatives Gutachten sind Bagatellisieren, auswendig gelernte Antworten, Widersprüche zwischen Fragebogen, Erzählung und Laborwerten oder eine zu spät begonnene Abstinenz. Wie das Gespräch bewertet wird, erklärt die Seite MPU-Vorbereitung.
Hinweis: Niemand kann dir das Bestehen der MPU garantieren. Wer eine Bestehensgarantie verspricht, arbeitet unseriös. Entscheidend ist eine echte, belegte Veränderung.
Was tun, wenn das Gutachten negativ ausfällt?
Wenn das Gutachten negativ ausfällt, musst du es nicht bei der Behörde einreichen. Wichtig ist, die Gründe genau zu verstehen, zum Beispiel anhand der Begründung im Gutachten, und gezielt nachzuarbeiten. Eine feste Wartezeit zwischen zwei Versuchen gibt es nicht. Wie du einen zweiten Anlauf planst, zeigt der Ratgeber MPU im zweiten Versuch. Mehr zum Umgang mit einem negativen Ergebnis steht auf der Seite MPU durchgefallen.
Was du jetzt tun kannst
- Deine Anlassgruppe bestimmen: Alkohol erstmalig oder wiederholt, Drogen, Punkte, Straftat?
- Akteneinsicht nehmen, um die Fragestellung und die Tatsachen deines Falls zu kennen.
- Nachweise früh starten, falls Abstinenz oder kontrolliertes Trinken gefordert ist.
- Die typischen Fehler kennen und im Gespräch ehrlich und konsistent zur Aktenlage bleiben.
- Unterstützung suchen, die ohne Garantieversprechen arbeitet, und die passende Vorbereitung finden.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Durchfallquote bei der MPU?
Laut BASt-Statistik 2025 wurden 38 % der Begutachteten als „ungeeignet“ eingestuft. Weitere 4,3 % erhielten die Empfehlung, einen Kurs nach § 70 FeV zu besuchen. Bei wiederholter Alkoholauffälligkeit lag der Anteil negativer Gutachten mit 47 % deutlich höher.
Zählt „nachschulungsfähig“ als bestanden?
Nicht direkt, aber es ist kein Aus. Das Gutachten empfiehlt einen amtlich anerkannten Kurs nach § 70 FeV. Nach der Teilnahme kann die Fahreignung als wiederhergestellt gelten.
Wie viele Menschen machen jedes Jahr eine MPU?
Im Jahr 2025 führten die amtlich anerkannten Begutachtungsstellen laut BASt 70.135 MPUs durch. Die Zahl ist seit 2022 jedes Jahr gesunken, damals waren es 87.180.
Gibt es Zahlen, wie viele mit Vorbereitung bestehen?
Die amtliche Statistik der BASt unterscheidet nicht nach Vorbereitung. Prozentangaben zu vorbereiteten Teilnehmenden stammen meist von Anbietern und beziehen sich auf deren eigene Kunden, sie sind mit der BASt-Statistik nicht vergleichbar.


