Kurz gesagt
Eine MPU nach einer Fahrradfahrt droht, wenn du mit 1,6 ‰ oder mehr unterwegs warst. Das ist eine Straftat mit 3 Punkten, und die MPU betrifft deinen Auto-Führerschein. Der E-Scooter gilt als Kraftfahrzeug, deshalb gelten dort dieselben Promillegrenzen wie beim Auto: 0,5 ‰, 1,1 ‰ und 0,0 ‰ für Fahranfänger.
Kann ich nach einer Fahrradfahrt eine MPU bekommen?
Eine MPU nach einer Fahrradfahrt ist möglich, und zwar schon nach einer einzigen Fahrt mit 1,6 ‰ oder mehr. Ab diesem Wert gilt man auch auf dem Fahrrad als absolut fahruntüchtig. Die Fahrt ist dann eine Straftat, im Fahreignungsregister werden 3 Punkte eingetragen, und die Fahrerlaubnisbehörde ordnet eine MPU an.
Viele unterschätzen das, weil es für Radfahrer keine feste Promillegrenze wie die 0,5 ‰ beim Auto gibt. § 13 FeV knüpft die MPU aber daran, dass ein Fahrzeug mit 1,6 ‰ oder mehr geführt wurde, und dazu zählt auch das Fahrrad.
Auch unterhalb von 1,6 ‰ bist du auf dem Rad nicht auf der sicheren Seite. Schon ab 0,3 ‰ machst du dich strafbar, wenn du Ausfallerscheinungen zeigst oder einen Unfall verursachst, etwa weil du Schlangenlinien fährst oder stürzt.
Was passiert mit meinem Auto-Führerschein nach einer Trunkenheitsfahrt mit dem Rad?
Dein Auto-Führerschein steht nach einer Trunkenheitsfahrt mit dem Rad auf dem Spiel, obwohl du gar nicht mit dem Auto gefahren bist. Die MPU klärt nämlich, ob du generell geeignet bist, Kraftfahrzeuge zu führen.
Wer die angeordnete MPU nicht besteht oder nicht macht, verliert die Fahrerlaubnis für das Auto. Das ist für viele Betroffene die größte Überraschung, denn die Auffälligkeit fand „nur“ auf dem Fahrrad statt.
Die Logik der Behörde ist nachvollziehbar: Hohe Promillewerte sprechen aus Sicht der Gutachter eher für einen gewohnten Alkoholkonsum als für einen einmaligen Ausrutscher. Die Frage ist dann, ob du Trinken und Fahren im Auto zuverlässig trennen kannst. Wenn du eine Anordnung mit Frist erhalten hast, solltest du die Frist ernst nehmen, sonst droht der Entzug.
Welche Promillegrenzen gelten für Fahrrad, E-Scooter und Auto?
Die Promillegrenzen für Fahrrad, E-Scooter und Auto unterscheiden sich vor allem beim Fahrrad. E-Scooter und Auto werden dagegen gleich behandelt, weil beide als Kraftfahrzeuge gelten.
| Promillewert | Fahrrad | E-Scooter | Auto |
|---|---|---|---|
| 0,0 ‰ | Keine eigene Grenze | Grenze für Fahranfänger in der Probezeit und unter 21 | Grenze für Fahranfänger in der Probezeit und unter 21 |
| ab 0,3 ‰ | Strafbar bei Ausfallerscheinungen oder Unfall | Strafbar bei Ausfallerscheinungen oder Unfall | Strafbar bei Ausfallerscheinungen oder Unfall |
| ab 0,5 ‰ | Keine feste Grenze | Ordnungswidrigkeit | Ordnungswidrigkeit |
| ab 1,1 ‰ | Keine feste Grenze | Absolute Fahruntüchtigkeit, Straftat | Absolute Fahruntüchtigkeit, Straftat |
| ab 1,6 ‰ | Absolute Fahruntüchtigkeit, Straftat, 3 Punkte, MPU | MPU nach § 13 FeV | MPU nach § 13 FeV |
Die Übersicht zeigt die Grundregeln (Stand 2026). Bei wiederholten Alkoholfahrten kann eine MPU auch unter 1,6 ‰ drohen, unabhängig vom Fahrzeug. Die allgemeinen Regeln zur Alkohol-MPU findest du unter MPU wegen Alkohol.
Warum wird der E-Scooter wie ein Auto behandelt?
Der E-Scooter wird wie ein Auto behandelt, weil er rechtlich ein Kraftfahrzeug ist. Deshalb gelten für ihn dieselben Promillegrenzen und dieselben MPU-Folgen wie beim Kfz.
Konkret heißt das:
- Ab 0,5 ‰ begehst du eine Ordnungswidrigkeit, auch ohne Ausfallerscheinungen.
- Ab 1,1 ‰ bist du absolut fahruntüchtig, die Fahrt ist eine Straftat.
- Für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 gilt 0,0 ‰.
- Eine MPU droht wie beim Auto ab 1,6 ‰, bei wiederholten Fahrten oder bei hohen Werten ohne Ausfallerscheinungen.
Viele halten den E-Scooter für ein Spielzeug oder eine bessere Alternative zum Taxi nach dem Feierabendbier. Rechtlich ist die Fahrt mit dem E-Scooter aber keine harmlose Ausnahme, sondern wird genauso bewertet wie eine Autofahrt unter Alkohol.
Für Fahranfänger ist die 0,0-‰-Grenze besonders wichtig. Ein Verstoß in der Probezeit kann zunächst zum Aufbauseminar für Fahranfänger (ASF) führen, das keine MPU ist. Eine MPU droht auch Fahranfängern erst bei den echten Anlässen, also etwa ab 1,6 ‰, bei wiederholten Alkoholfahrten oder bei Drogen.
Was gilt bei Drogen auf dem Fahrrad oder E-Scooter?
Drogen auf dem Fahrrad oder E-Scooter können ebenfalls zu Eignungszweifeln und einer MPU führen. Beim E-Scooter als Kraftfahrzeug gelten die Regeln für Cannabis und Drogen wie beim Auto, etwa der THC-Grenzwert von 3,5 ng/ml nach § 24a StVG.
Bei harten Drogen ist ohnehin nicht die Fahrt entscheidend, denn nach § 14 FeV kann schon der Konsum an sich die Fahreignung ausschließen. Mehr dazu findest du unter MPU wegen Cannabis und MPU wegen Drogen.
Wie läuft die MPU nach einer Rad- oder Scooterfahrt ab?
Die MPU nach einer Rad- oder Scooterfahrt läuft genauso ab wie jede Alkohol-MPU. Sie besteht aus Fragebogen, medizinischer Untersuchung, Leistungstest und psychologischem Gespräch und dauert insgesamt etwa 3 bis 4 Stunden.
Im Gespräch geht es nicht um das Fahrzeug, sondern um deinen Umgang mit Alkohol. Der Gutachter fragt, wie viel und wie oft du damals getrunken hast, warum du trotzdem gefahren bist und was sich seitdem geändert hat. Hohe Werte sprechen dabei eher für ein verfestigtes Trinkmuster als für einen Einzelfall. Das Argument „es war doch nur das Fahrrad“ hilft dir im Gespräch deshalb nicht weiter.
Je nach Fall musst du einen Abstinenznachweis über 6 oder 12 Monate erbringen oder ein stabiles kontrolliertes Trinken belegen. Wie das funktioniert, erklärt die Seite Abstinenznachweis. Die Gesamtkosten liegen realistisch bei etwa 1.500 bis 4.000 € (Richtwert, Stand 2026).
Hinweis: Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine Anordnung in deinem Fall rechtmäßig ist, kann eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Verkehrsrecht prüfen.
Wie geht es jetzt weiter?
Beantrage Akteneinsicht und lies die Fragestellung der Behörde genau, vor allem die gesetzte Frist. Falls ein Abstinenznachweis nötig ist, starte ihn sofort, denn er bestimmt deinen Zeitplan. Über MPU Plus kannst du eine passende Beratung finden, die dich auf die MPU vorbereitet.
Häufige Fragen
Wie viel Promille darf man auf dem Fahrrad haben?
Für das Fahrrad gibt es keine feste Grenze wie die 0,5 ‰ beim Auto. Ab 1,6 ‰ bist du aber absolut fahruntüchtig und begehst eine Straftat. Schon ab 0,3 ‰ ist die Fahrt strafbar, wenn du Ausfallerscheinungen zeigst oder einen Unfall verursachst.
Kann ich meinen Autoführerschein wegen Fahrradfahren verlieren?
Ja, das ist möglich. Nach einer Radfahrt mit 1,6 ‰ oder mehr ordnet die Behörde eine MPU an. Bestehst du sie nicht oder machst du sie nicht, verlierst du die Fahrerlaubnis für das Auto.
Welche Promillegrenze gilt auf dem E-Scooter?
Auf dem E-Scooter gelten dieselben Grenzen wie im Auto, weil er als Kraftfahrzeug gilt. Ab 0,5 ‰ ist die Fahrt eine Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 ‰ eine Straftat. Für Fahranfänger in der Probezeit und unter 21 gilt 0,0 ‰.
Wie viele Punkte gibt es für betrunkenes Radfahren?
Eine Radfahrt mit 1,6 ‰ oder mehr ist eine Straftat und bringt 3 Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg. Zusätzlich ordnet die Fahrerlaubnisbehörde eine MPU an.
Brauche ich nach der E-Scooter-Fahrt einen Abstinenznachweis?
Das hängt von deinem Fall ab, nicht vom Fahrzeug. Bei hohen Werten, Wiederholung oder Anzeichen von Missbrauch verlangen die Gutachter oft 6 oder 12 Monate belegte Abstinenz. In leichteren Fällen ohne Abhängigkeitsbefund kann auch kontrolliertes Trinken in Frage kommen.